Was wir fordern!

Finanzinstitute können darauf Einfluss nehmen, wie die notwendige Transformation der Wirtschaft hin zu sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit gelingen kann. Dabei ist nicht nur das eigene operative Geschäft der Finanzinstitute von Bedeutung. Stattdessen sollten auch die Finanzierung von und die Investition in Unternehmen, die internationale soziale und ökologische Standards und Abkommen unterlaufen, überdacht und beendet werden.

Wir fordern daher Finanzinstitute dazu auf, nur in diejenigen Unternehmen zu investieren, die die Einhaltung von Menschenrechten, Arbeitsrechten und Umweltstandards sicherstellen!

Auch die Politik sollte mit verbindlicher Regulierung dazu beitragen, Investitionen in kontroverse Unternehmen zu verhindern.

Wenn du mehr über unsere Forderungen an Finanzinstitute, Aufsichtsbehörden und Regierungen erfahren möchtest:

Von Finanzinstituten fordern wir

  • Die Verbesserung der Transparenz bezüglich Informationen zu Invstitionen in und Finanzierungen von kontroversen Unternehmen, z.B. aus dem Bergbau- und Rohstoffsektor. Finanzinstitute sollten transparent über die Zusammenarbeit mit den Unternehmen unter Berücksichtigung folgender Punkte berichten:
  • Veröffentlichung der Nachhaltigkeitskriterien, welche zum Ausschluss von Unternehmen, die Menschen-, Arbeitsrechte oder Umweltstandards verletzen, angewandt werden
  • Veröffentlichung der Ergebnisse des Dialogs/Engagements der Finanzinstitute mit den kontroversen Unternehmen
  • Eine klares Regelwerk für die Zusammenarbeit mit Unternehmen, in welchem festgelegt ist, wann eine Zusammenarbeit mit diesen aufgrund von Regelverstößen beendet werden muss.
  • Sicherstellung von Transparenz bezüglich der Anwendung von ESG Richtlinien in allen Geschäftsbereichen: Investitionen von eigenen und verwalteten Vermögen, Übernahme von Versicherungsrisiken, alle Finanzierungen (wie empfohlen im HLEG Report).
  • Die Nachhaltigkeitsanforderungen sollten sich nicht nur auf die Unternehmen selbst beziehen, sondern auch auf die gesamte Zulieferkette.
  • Finanzinstitute sollten sowohl allgemeine Richtlinien für ESG-Themen wie Menschen-, Arbeitsrechte und Klimawandel, als auch spezielle Richtlinien für Hoch-Risiko-Bereiche (z.B. Bergbau) implementieren. Die speziellen Richtlinien sollten regelmäßig mit Hinblick auf neue Entwicklungen oder neu erkannte Gefahren aktualisiert werden.
  • Ein einfach zugänglicher Beschwerdemechanismus sollte eingeführt werden. Dieser sollte den durch die Geschäfteder Bank benachteiligten Individuen und Gemeinschaften zur Verfügung stehen (d.h. Verfügbarkeit in mehreren Sprachen und in kulturell angemessener Form).
  • Finanzinstitute sollten bei der Erstellung von Richtlinien und in Unternehmensdialogen zusammenarbeiten, um eine starke Stimme gegenüber den Unternehmen zu haben und so ihren Einfluss geltende zu machen.

 

Im Dirty Profits 6– Bericht wurden die folgenden Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen durch Unternehmen identifiziert, die auch durch Finanzinstitute unterstützt werden.

Umweltzerstörung

Ausschluss von Unternehmen, die:

  •  für Umweltzerstörung verantwortlich sind und/odereine ablehnende Haltung zur Kompensation von Umweltschäden haben.
  • Umweltzerstörungen nicht beseitigt haben oder mögliche Umweltrisiken in ihren Operationen nicht berücksichtigen.

    Ausschluss von Unternehmen, die folgenden Tätigkeiten ausüben:

    • Tiefseebergbau
    • Bohrungen in der Arktis
    • Bergbau durch Mountaintop removal (Gipfelabsprengung)

Missachtung von fundamentalen internationalen Menschen- und Arbeitsrechten

Ausschluss von Unternehmen, die:

  • Nachgewiesenermaßen Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung in ihren Geschäftstätigkeiten oder ihrer Zulieferkette tolerieren.
  • Die Vereinigungsfreiheit, das Recht auf Tarifverhandlungen, auf Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, auf einen existenzsichernden Lohn, auf Arbeitslohn und einer angemessenen Arbeitszeit verletzen.
  • Fundamentale humanitäre Prinzipien verletzen.
  • Sich an Projekten beteiligen, die zu Vertreibung, Landraub oder der Verletzung von Menschenrechten des Gemeinwesens und/oder indigenen Völkern führen.

Finanzdelikte

  • Finanzinstitute dürfen sich nicht an Finanzdelikten beteiligen oder mit Unternehmen zusammenarbeiten, welche davon betroffen sind. Das beinhaltet, aber ist nicht beschränkt auf, Korruption, Steuervermeidung oder Steuerflucht, Geldwäsche, Bestechung, Preismanipulationen und Veruntreuung.

 

Für Regierungen und Aufsichtsbehörden:

  • Bereits bestehende Regulierung zu sozialen und ökologischen Unternehmensaspekten sollte nicht nur auf das operative Geschäft von Finanzinstituten anwendbar sein, sondern auch auf deren Kerngeschäft, d.h. Finanzierungen und Investitionen. Ebenso sollte die Transparenzpflicht von Banken bzgl. ihrer eingegangenen Geschäftsbeziehungen sowie ihrer Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Beseitigung von ESG-Risiken erhöht werden.
  • Es sollten Regulierungen für einen Klima-Stresstest bei Banken eingeführt werden, die den Umweltaspekt der Investments untersuchen. Der Fokus sollte dabei mehr auf den Risiken von finanzierten/investierten Unternehmen, als auf dem direkten ökologischen Fußabdruck der Bank liegen.
  • Unternehmen sollten dazu ermutigt werden, über die Folgen ihrer Geschäfte zu berichten. Diese Berichte sollten die gesamte Lieferkette behandeln, und die Sorgfaltsprüfungsprozesse der Unternehmen detaillieren, mit welchen sie Verstöße bspw. gegen Menschenrechte und Umweltnormen verhindern.