Bergbau und Rohstoffförderung

Die globale Rohstoffindustrie ist massiv an gravierenden Arbeits-, Umwelt- und Menschenrechtsverletzungen beteiligt. Den hier aufgeführten Unternehmen werden schwerwiegende Verstöße gegen soziale und ökologische Normen vorgeworfen, und dennoch werden diese Unternehmen trotz wiederholter kritischer Vorfälle von europäischen Banken seit Jahren finanziell unterstützt. Die jeweils zwei größten Banken der Niederlande, Deutschlands, Großbritanniens, Frankreichs und der Schweiz haben trotz Kenntnis dieser Rechtsverletzungen diesen Bergbauunternehmen über 100 Milliarden Euro frisches Kapital (in Form von Krediten, Anleihen und Eigenkapital) bereitgestellt. Neun der zehn Banken halten zusätzlich Aktien im Wert von insgesamt 6,9 Milliarden Euro. Und das, obwohl diese Banken Selbstverpflichtungen formuliert haben, die ihre Geschäfte mit kritischen Bergbauunternehmen reglementieren sollen (hyperlink to bank policies page).

Der vollständige Dirty Profits 6 Bericht zu kritischen Bergbau- und Rohstoffunternehmen ist hier verfügbar.

UNTERNEHMENSPROFILE UND AN AUSGEWÄHLTEN BERGBAUUNTERNEHMEN BETEILIGTE BANKEN:

 

Hier zeigen wir Bergbauunternehmen, die gegen Menschenrechte verstoßen und Umweltschäden zu verantworten haben. Wir zeigen auch, wie Banken diese Praktiken finanziell unterstützen und davon sogar profitieren.

 

 

Anglo American:

Über die Vorwürfe gegen Anglo American wurden deutsche und europäische Banken und Investoren bereits seit 2012 in drei der letzten Dirty Profits Berichte informiert. Diverse Fälle in Anglo Americans Minen in Chile, Südafrika, Kolumbien, Peru und Brasilien berichten von der Übernutzung von Wasserressourcen, Zwangsumsiedlungen bis hin zur Verletzung von Umweltauflagen. Anglo American ist weiterhin einer von drei Aktionären der  Kohlemine El Cerrejón in Kolumbien, welche seit Jahren aufgrund von Rechtsverstößen und Verschleppung bei der Umsiedlung indigener Völker in der Kritik steht (Mehr zu dieser Mine finden Sie hier – link to BHP).

Außerdem wurde Anglo American 2016 mit einer Sammelklage von ehemaligen Minenarbeitern konfrontiert, die aufgrund ihrer Arbeit unter Silikose sowie Tuberkulose leiden und nun Schadensersatz vom Unternehmen fordern.

Die Beteiligung Anglo Americans am riskanten Tiefseebergbau im Rahmen des Solwara 1 Projekts wird ebenfalls kritisiert. Das Solwara Projekt wird gegen den Willen der Bewohner Papua-Neuguineas betrieben – sie befürchten Umweltschäden sowie negative Auswirkungen auf ihr Zusammenleben. Auch die Minas-Rio Mine in Brasilien ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Anglo American die Wünsche und Ängste der Bevölkerung außer Acht lässt: Umweltschützer werden in Gefahr gebracht und Kritiker durch Militärpräsenz eingeschüchtert. Weitere Informationen sind hier verfügbar.

 

An Anglo American beteiligte Banken (in Millionen Euro):

 

Barrick Gold:

Über Barrick Gold und die Verstöße des Unternehmens gegen geltende Gesetze und Regularien in Bezug auf Menschenrechte und Umweltschutz wurden Investoren bereits seit 2012 in drei der letzten Dirty Profits Berichten informiert. Das Unternehmen zeigt kaum Bemühungen, Umwelt- und Sozialstandards durchzusetzen und wurde deswegen bereits von verschiedenen institutionellen Investoren wie dem niederländischen Pensionsfonds PGB und dem norwegischen Pensionsfonds KLP ausgeschlossen. Probleme treten unter anderem in Minen in Pascua Lama (Chile), Pueblo Viejo (Dominikanische Republik), Porgera (Papua-Neuguinea) sowie Buzwagi, Bulyanhulu und North Mara (Tansania) auf.

Die North Mara Gold Mine in Tansania wird verwaltet durch Acacia Mining, welches mehrheitlich Barrick Gold gehört. Die Mine steht nach wie vor wegen Gewalt an den indigenen Kuria durch privates und öffentliches Sicherheitspersonal in der Kritik. Des Weiteren werden aktuell Verschmutzungen von Flüssen nahe der Mine dokumentiert.

Bei der Porgera Joint Venture Goldmine in Papua-Neuguinea entsorgt Barrick weiterhin quecksilber-, arsen-, cadmium-, kupfer-, blei- und zinkhaltige Abfallprodukte direkt in Flüsse. Der Verlust von Land und sauberen Wasserquellen durch die Mine führt zu eingeschränkten und ungesunden Lebensbedingungen für die indigenen Ipili Gemeinschaften. Mehr lesen link pdf

A short film highlighting the perspectives of local women impacted by Barrick Gold and North Mara © MiningWatch Canada

 

An Barrick Gold beteiligte Banken (in Millionen Euro):

 

BHP Billiton:

BHP Billiton ist ein global agierender Produzent und Förderer von Öl, Gas, Kohle, Eisenerz, Kupfer sowie Uran mit Sitz in Australien. Im ersten Dirty Profits Report 2012 berichtete Facing Finance von Problemen in den Schmelzanlagen in Mosambik (welche mittlerweile verkauft wurden), die Kontroverse um Fracking sowie BHPs Ölförderung in der Tiefsee. Auf der Mad Dog Ölplattform und auch im Golf von Mexiko führt das Unternehmen seitdem weiterhin Tiefseebohrungen durch. Derartige riskante Bohrungen werden neben BHP auch von BP und Total im Foz de Amazonas an der Nordostküste Brasiliens durchgeführt. Diese Unternehmen werden von zivilgesellschaftlichen Gruppen stark kritisiert, da ein potentielles Ölleck das hochsensible Ökosystem inklusive Korallenriffe und Mangrovenwäldern schwerwiegend schädigen könnte.

Die nachfolgenden Dirty Profits Berichte in 2013 und 2014 beleuchteten die Probleme rund um die Zwangsumsiedlungen für die Cerrejon Mine (ein Joint-Venture zwischen Glencore, BHP und Anglo American) sowie den hohen Wasserverbrauch der Mine in dieser sehr trockenen Region Kolumbiens. Der Ablauf der Umsiedlungen entsprach nachweislich nicht dem Standard der UN für eine freiwillige, vorherige und informierte Zustimmung der betroffenen Gemeinden. Einheimische haben als Folge der Umsiedlung mit zunehmend schwierigen Bedingungen bei der Jagd, beim Fischen und der Viehzüchtung zu kämpfen. Zuletzt wurde im Januar 2018 bekannt, dass mindestens vier öffentliche Kritiker bedroht wurden und zwei Menschen beim Versuch der Verteidigung ihres eigenen Grundstücks ermordet wurden.

BHPs Antwort an Facing Finance (20 September 2017)

Cerrejons Antwort an Facing Finance (2017)

Cerrejon’s Antwort an Facing Finance (2018) 

 

An BHP Billiton beteiligte Banken (in Millionen Euro):

 

Eni

Über Eni, ein italienisches Öl- und Gasunternehmen, wurde bereits im ersten Dirty Profits Bericht im Zusammenhang mit Gasexplorationen im Rovumba Becken in Mosambik und Aktivitäten in Nigeria berichtet. Das Unternehmen hält in Mosambik weiterhin an seinem Gasprojekt fest, welches die Umsiedlung von rund 5.000 Menschen erfordert und massive Einschnitte für deren Lebensgrundlage bedeutet. Ebenso weitet Eni seine Öl- und Gasuntersuchungen weitaus schneller aus als die Konkurrenz, und stößt dabei sogar in die arktische Barentssee vor. Obwohl es sich dabei um ein unglaublich sensibles Ökosystem handelt, kam es allein im letzten Jahr der Operation zu insgesamt 34 Störfällen. Dennoch wurden Eni weitere Bohrungen in der Prudhoe Bay im Norden von Alaska gestattet.

Auch Enis Aktivitäten in Nigeria werden von großflächigen Öllecks, zahlreichen Todesfällen sowie anhaltenden Kriminalermittlungen gegen das Unternehmen begleitet. Es wird angenommen, dass 2010 mindestens 17 Hektar Land durch ein Ölleck verschmutzt worden sind. Eine von Eni durchgeführte Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass technisches Versagen für den Unfall verantwortlich war.

Mehr zu der Ölverschmutzung in Nigeria

Kegbara-dere community oil spill, Ogoniland, Nigeria
© Luka Tomac/ Friends of the Earth International

 

An Eni beteiligte Banken (in Millionen Euro):

 

Gazprom:

Gazprom ist ein globaler Öl- und Gaskonzern mit Sitz in Russland und gehört zu ca. 50% der russischen Föderation. In den Dirty Profits Berichten 2013 und 2014 wurden Gazproms riskante Operationen in der Arktis (Prirazlomnoye Plattform in der Barentssee) sowie der Bau der Altai Gaspipeline (jetzt Power of Siberia ll) auf Kosten der Umwelt thematisiert. Die Ölplattform in der Arktis wird weiterhin betrieben, allen Bedenken über die dramatischen Folgen eines möglichen Lecks zum Trotz.

Greenpeace berichtete 2015 von der Vergabe weiterer Bohrrechte an Gazprom zur Förderung von Öl und Gas auf dem Ölfeld Otdelnoe. Das Ölfeld in der arktischen Tundra liegt auf dem Gebiet der dortigen indigenen Bevölkerung, deren Zustimmung zu der Vergabe nicht eingeholt wurde. Im Januar 2017 begann Gazprom zur Vorbereitung der Ölförderung mit dem Bau einer Straße in den indigenen Gebieten, welche durch den Lebensraum kalbender Rentiere führt. Dies bedroht die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung, welche eine Einigung mit Gazprom ablehnt und weiterhin gegen die Bohrungen protestiert. Auch kam es in indigenen Gebieten im Norden Russlands zu mehreren Unfällen und Ölverschmutzung. Beim letzten Ölleck 2016 wurden knapp fünf Hektar der Tundra verschmutzt. Der schwerwiegendste Unfall geschah dort 2014, als 300 Tonnen Öl in den Fluss Etyaha gelangten und so den gesamten Flussverlauf kontaminierten.

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An Gazprom beteiligte Banken (in Millionen Euro):

Glencore:

Glencore ist ein global agierender Rohstoffproduzent, der mit über 90 verschiedenen Metallen, Mineralen, Energie- und Agrarprodukten handelt. Facing Finance untersuchte Glencore von 2012 bis 2014 in drei Dirty Profits Berichten im Zusammenhang mit dessen Aktivitäten in Peru, Sambia, den Philippinen und Kolumbien. Im Kongo besteht laut Global Witness beim Erwerb der Minen Katanga und Mutanda durch Glencore Verdacht auf Korruption. Weitere Details, wie mehrere Schmiergeldzahlungen, sind 2017 durch die „Paradise Papers“ ans Licht gekommen und belegen Glencores Missachtung von Antikorruptionsgesetzen.

Seit 2000 ist Glencore Mehrheitseigner der Mopani Copper Mines plc, die in den Minen Nkana sowie Mufulira in Sambia Kupfer und Kobalt fördert. Die Dirty Profits Berichte 2012, 2013 und 2014 dokumentierten Schwefelverschmutzungen durch den Betrieb der Mufulira Mine, was Glencore in einer Stellungnahme auch zugab. Seit 2014 wurden die Emissionen reduziert, doch schädliche Substanzen wie Schwefel können im Boden und der Umwelt langfristig gesundheitliche Schäden verursachen. Schwefeldioxid kann, freigesetzt in der Atmosphäre, Atemprobleme herbeiführen, was besonders für Kinder und Ältere gefährlich ist. Trotz Glencores Bemühungen konnten die Auswirkungen der jahrelangen Verschmutzung bislang nicht behoben werden.

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Glencore’s Antwort an Facing Finance (30/10/2017)

Facing Finance (in Kooperation mit Misereor und Red Sombra) hat 2017 eine weitere Studie zu Glencores Operationen in Lateinamerika und der Beteiligung deutscher Banken veröffentlicht, welche hier verfügbar ist.

An Glencore beteiligte Banken (in Millionen Euro):

 

Goldcorp:

Goldcorp ist ein Goldproduzent mit Sitz in Kanada und aktiv in Kanada, Argentinien, Mexiko, der Dominikanischen Republik, Guatemala und Honduras. Über das Unternehmen wurde im dritten Dirty Profits Bericht von 2014 im Zusammenhang mit schwerwiegender Umweltverschmutzung, Gesundheitsgefährdung und brutalem Sicherheitspersonal in den Minen El Morro in Chile (jetzt NuevaUnion), Los Filos in Mexiko (gehört jetzt Leagold) und insbesondere der Marlin Mine in Guatemala berichtet.

Die Marlin Goldmine wird von Montana Exploradora de Guatemala betrieben, eine Tochterfirma von Goldcorp. Die Mine war für über eine Dekade im Betrieb, bis sie Ende Mai 2017 erschöpft war. Die indigenen Gruppen Maya Mam und Maya Sipakapense in umittelbarer Nähe der Mine kämpften jahrelang gegen den Betrieb und wurden oft gewaltvoll unterdrückt. Es wurde belegt, dass es nie zu fairen Verhandlungen zwischen den beteiligten Parteien gekommen ist und die UN-Richtlinie zum Umgang mit indigenen Völkern missachtet wurde. Die Betroffenen haben nun nach Stilllegung des Betriebs mit schlechter Wasserqualität, verlorenen Jobs und elektrischen Leitungen quer durch ihre Dörfer zu kämpfen. Des Weiteren hat Goldcorp keine Ersatz- oder Reparaturleistungen für die Auswirkungen der Mine erbracht. So seien durch Explosionen große Risse in Hauswänden entstanden: „Um die 400 Häuser haben Risse in Wänden und Fußboden, wir denken, dass es durch die Explosionen in der Mine bei der Suche nach Gold dazu kam. Wir fordern, dass das Unternehmen die Schäden zur Kenntnis nimmt und die Leute bezahlt, die es benötigen.“

Mehr zur Marlin Mine hier.

 

An Goldcorp beteiligte Banken (in Millionen Euro):

Grupo México:

Grupo México führt Bergbauaktivitäten mit Hilfe mehrerer Tochterunternehmen durch, wie beispielsweise der Southern Copper Corporation, die in den USA, Mexiko und Peru agiert. Im vierten Dirty Profits Bericht von 2016 wurde über Grupo México in Bezug auf die Minen Tia Maria und Buenavista del Cobre berichtet. Die Mine Tia Maria, bei der es 2015 nach gewaltsamen Protesten zu drei toten Zivilisten und damit einhergehend zum Notstand und vorübergehenden Schließung der Mine kam, ist wiedereröffnet und expandiert. Zusätzlich kam es in der Vergangenheit bei Southern Copper Operationen in Peru und Mexiko zu Verstößen bei Arbeits- und Freiheitsrechten. Im August 2017 wurden streikende Beschäftigte, die Eisenbahnlinien blockierten, gewaltsam von privatem Sicherheitspersonal entfernt. Grupo México weigerte sich zudem 2016 an einem OECD Kompensationsprozess im Zusammenhang mit Arbeitsrechtsverletzungen in den USA teilzunehmen.

Am sechsten August 2014 kam es zum „schlimmsten ökologischen Disaster in Mexikos Geschichte“ bei der Mine Buenavista del Cobre, als 40 Millionen Liter stark saures Kupferkonzentrat durch ein Leck die Flüsse Bacanuchi und Sonora verschmutzte. Der Unfall wurde durch Fahrlässigkeit verursacht, verspätet gemeldet und von Grupo México sowie Southern Copper wurde jegliche Verantwortung bestritten. Die Kontamination der Flüsse verwehrte 22.000 Menschen direkt und 250.000 indirekt den Zugang zu sicherem Trinkwasser. Im Oktober 2014 ließ Grupo México verlauten, dass die Schäden behoben seien. Trotzdem sind die Betroffenen drei Jahre nach dem Unfall immer noch von abgefülltem Wasser abhängig, die Flüsse weisen weiterhin eine starke Metallkonzentration auf und da es unmöglich geworden ist, Naturprodukte aus der Region zu verkaufen und Vieh zu halten, hat die lokale Wirtschaft starke Einschnitte erfahren.

Weiter Informationen zu dem Unfall und dessen Folgen sind hier verfügbar:

Video produced by Valeria Fernández with video by Sean Logan/Arizona Center for Investigative Reporting.

 

An Grupo México beteiligte Banken (in Millionen Euro):

 

Rio Tinto:

Rio Tinto sah sich massiver Kritik ausgesetzt, als die über Jahrzehnte schwerwiegenden Verletzungen von Umweltschutzauflagen und Menschenrechten in der Grasberg Mine in Indonesien bekannt wurden. Ein Hauptkritikpunkt ist die umweltschädigende Entsorgung von Bei- und Abfallprodukten der Mine in Flüssen. Aus diesem Grund haben viele Investoren Rio Tinto mittlerweile von ihren Geschäften ausgeschlossen (siehe Anhang). Facing Finance berichtet seit 2012 über das Unternehmen. Obwohl sich Rio Tintos Richtlinien über die Jahre verbessert haben, bleiben nach wie vor menschenrechtliche Bedenken.

Rio Tinto ist zudem einer der weltgrößten Förderer von Uran. Im ersten Dirty Profits Bericht 2012 wurden gesundheitliche Schäden der Arbeiter durch radioaktiver Strahlung dokumentiert, wofür diese Entschädigung einfordern. Rio Tintos Rössing Mine in Namibia ist der größten Urantagebau der Welt. Obwohl es zu Diskussionen über Schadensersatz in Form eines Pensionsfonds und Gesundheitsuntersuchungen kam, wurde nie eine tatsächliche Entschädigung geleistet.

Rio Tinto ist zudem Eigentümer des Unternehmens QMM, das auf Madagaskar Ilmenit fördert, welches in Farbe und Sonnencreme verwendet wird. Die Förderung hat Auswirkungen auf circa 6.000 Menschen in der Umgebung und ist verantwortlich für die Zerstörung eines der letzten Küstenwälder auf der Erde, welcher Lebensraum einzigartiger Arten ist. Eine Studie von 2016 zeigt auf, dass die Betroffenen sich nicht ausreichend informiert fühlten und keine Möglichkeit zum Mitentscheiden hatten. Bauern wurde kein fruchtbares Land zum Ausgleich gegeben – das einzig Verfügbare sind Dünen, wo die Fruchtbarkeit entsprechend gering ist. Ihre Lebensgrundlage wurde entzogen: „Wir verstehen die Relevanz den Wald zu schützen. Aber sie hätten erst Projekte anbieten sollen, um uns zu helfen Essen anzubauen, bevor sie uns verbieten den Wald zu nutzen. Ansonsten haben wir kein Essen und das ist ein Problem.

Hier gibt es mehr Informationen zu Rio Tintos Projekten und deren Auswirkungen:

An Rio Tinto beteiligte Banken (in Millionen Euro):

Vale:

Kurzinterview mit Joceli Andrioli, Vorsitzender der MAB im Bundesstaat Minas Gerais und MISEREOR-Partner, in dem er die Auswirkungen, Hintergründe und Konsequenzen des Verbrechens von Mariana beschreibt. Copyright Misereor

 

Vale wurde in Zusammenhang mit Kohleminen in Mosambik, der Mine Carajas und den Samarco Operationen in Brasilien sowie der Mine La Morade in Peru (mittlerweile verkauft an den peruanischen Staat) in den Dirty Profits Berichten 1, 2 und 4 thematisiert. Das Unternehmen hat weiterhin die Moatize Kohlemine in Mosambik (Dirty Profits 1 und 2) in Betrieb, wo viele Menschen umgesiedelt wurden, um Platz für Vales Unternehmungen zu schaffen. Dabei wurde keine Rücksicht auf die schlechteren Anbaumöglichkeiten sowie Nahrungs- und Trinkwassermangel genommen. Nach aktuellen Berichten wurde manchen Familien noch immer keine Entschädigung gewährt.

In Brasilien wurde Vale vor Kurzem zur Beseitigung von Umweltschäden verpflichtet, die durch eine Bauxitpipeline entstanden sind und 788 Familien die Lebensgrundlage entzogen hat. Zusätzlich wurden dem Unternehmen Baggerlizenzen entzogen, nachdem durch die Arbeiten über 200 Delphine starben. In der brasilianischen Mine Mina do Pica ergaben Untersuchungen, dass die dortigen Arbeitsbedingungen Sklaverei entsprachen. Obwohl Vale umgehend Maßnahmen einleitete, ist dies ein klarer Verstoß gegen geltende Gesetze und Regularien.

Ein ganz besonders eklatanter Fall in Vales Geschichte ist der Dammbruch des Auffangbeckens einer Eisenerzmine im November 2015. Die Mine gehörte Samarco S.A. – ein Joint-Venture zwischen BHP (50%) und Vale (50%). Nach dem vorläufigen technischen Bericht des brasilianischen Umweltamtes IBAMA waren 40 Gemeinden direkt von dem Vorfall betroffen, welcher hätte verhindert werden können. Der Unfall hat nach wie vor drastischen Einfluss auf die Lebensgrundlage der Einwohner, unter ihnen 300 Bauern und 7.500 Fischer.

An Vale beteiligte Banken (in Millionen Euro):