Wie dein Geld bei kontroversen Unternehmen landen kann

Sollten wir uns als Bankkunde oder AktiensparerIn nicht eigentlich viel öfter fragen, ob wir mit unseren Spareinlagen, Versicherungen und Aktienkäufen nicht auch von Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung profitieren? Oder hat deine Bank dich schon einmal darauf aufmerksam gemacht, dass sie dein Vermögen gern auch mal an Waffenhändler oder Klimasünder verleiht?

Immer mehr BankkundInnen stellen sich diese Fragen. Zu Recht, denn das Geld der KundInnen fließt – allzu oft ohne deren Wissen – unreguliert in Unternehmen, die die Umwelt oder das Klima schädigen, Menschenrechte verletzen, Waffen her­stellen oder mit Nahrungsmitteln spekulieren. Fast 50% der Deutschen würden ihre Bank wechseln, wenn sie wüssten, dass sie Rüstungsunternehmen finanziert oder in diese investiert. 56% würden wechseln, wenn sie wüssten, dass ihre Bank Personen und Unternehmen (z.B. mittels Briefkastenfirmen) dabei hilft, Steuern zu umgehen.

Dennoch profitieren sowohl die Banken als auch die KundInnen von diesen kontroversen Geschäften durch Provisionen, Dividenden und Zinszahlungen. Viele Banken hierzu­lande haben in den letzten Jahren versucht, kritische KundInnen und Medien mit frei­willigen Selbstverpflichtungen zu beruhigen, die ihre Geschäfte in sensiblen Sektoren beschränken sollen. Doch leider sind der­artige Selbstverpflichtungen oftmals nicht umfassend genug, enthalten gravierende Schlupflöcher oder werden einfach nicht angewendet, sodass Fehlinvestitionen nicht wirksam verhindert werden.